Verzierungen
Donnerstag, 1. Februar 2007

Was ein Custom-Instrument erst so richtig zu etwas Besonderem macht, sind die kleinen aber feinen Details. Erst Inlays, Bindings, Airbrushing oder Sonderlackierungen sorgen für die wirklich besondere Optik von Custom-Instrumenten! Darauf werde ich im folgenden eingehen und versuchen euch die Möglichkeiten dieser Extras aufzuzeigen.

-Inlays-

Ein Inlay (deutsch=Einlage) besteht aus verschieden Materialien (Holz, Muschelperlmut, Metalle, Hablbedelsteine), die nebeneinander so angeordnet sind, das sie letztlich ein Bild ergeben. Dieses Bild wird dann in das Trägermaterial eingelassen. Somit entsteht der Eindruck als sei das Bild Bestandteil des Ganzen - wenn es gut gemacht ist, wirkt nicht wie aufgemalt. Im Grunde ist ein Inlay eine Intarsie (bekannt aus dem Möbelbau), mit dem Unterschied, das ein Inlay nicht auffurniert, sondern nachträglich eingelassen wird. Grenzenlose Möglichkeiten gebieten der Kreativität keine Grenzen… das hier Gezeigte zeigt nur einen kleinen Teil des Möglichen. Wer eine Idee für sein Instrument hat, sollte sich bei mir melden und wir reden drüber!

ImageEin Kopfplatteninlay, das ich für Dommenget-Custom-Guitars angefertigt habe... Das Herz ist aus weißem Perlmutt, der obere Teil des Schildes aus schwarzem Trochus, der untere Teil aus grüner Abalone, das Heft des Schwertes ist aus blauer Abalone und die Klinge und der Rahmen des Schildes aus Silber.Das Ganze wurde dann graviert und die Gravur mit schwarzer, bzw. roter Farbe eingefärbt.

Die Kopfplatte ist im übrigen ein klassischer Ort für dezente Inlays, die auf schlichte Weise das Instrument als etwas ganz Besonderes kennzeichnen. Denn nicht jeder mag große, prunkvolle Verzierungen – manch einer mag das gar als Kitsch empfinden. Das ich zwar nicht nachvollziehen, doch ich muss es akzeptieren… dann bietet sich eine persönliche, kleine Kopfplatteneinlage an.

ImageDiesen schnuckeligen prähistorischen Tiger hab ich ebenfalls für Boris Dommenget gezaubert. Aufgrund seiner Länge von knapp 18 cm, wurde er aus 6 einzelnen Stücken Perlmutt zusammengefügt und später ebenfalls graviert und eingefärbt.
Nach letzten Informationen hat Herr Dommenget die Gitarre mit diesem Inlay behalten und spielt sie selbst… was mich doch glatt ein wenig mit Stolz erfüllt! *grins*

ImageDieser wunderschöne Engel ist die Schallocheinlage zu meiner „LilGothic“ Akustikgitarre – hier ist sehr schön zu sehen wie sich Muschel- und Holzeinlagen kombinieren lassen. Die Flügel sind aus Riegelahorn, das Kleidchen aus Walnusswurzel, die Haare sind aus wunderschön schillerndem Abalone und alle Körperteile sind aus Perlmutt. Das Gesicht habe ich auch hier graviert und anschließend eingefärbt. Eine solche Einlegearbeit wertet das Instrument gewaltig auf und macht es zu etwas ganz Besonderem.

ImageMonogramme wie diese sind eine simple, aber sehr wirkungsvolle Art und Weise eine Gitarre zu verzieren… auch dabei kann man wieder zwischen den verschiedensten Materialien wählen! Was immer man sich vorstellen kann… ich leg es ein! Initialen, Namen, Schriftzüge, Bandlogos…
Mein Name findet sich übrigens automatisch als Inlay auf jeder Kopfplatte - ließe sich auch nicht abbestellen! *grins*

ImageGriffbretteinlagen sind seit jeher ein beliebtes und weit verbreitetes Mittel, ein Saiteninstrument zu verzieren. Meist handelt es sich dabei um Dots (Fenderstyle) oder Block-/Trapezeinlagen (Gibsonstyle)…doch auch da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt: Schriftzüge, Vögelchen (Anspielung auf PRS!), Wölfe, Drachen, Lebensbäume… Auch für diese Arbeiten kann man alle Materialien verwenden, die auch für alle anderen Einlagen in Frage kommen!


-Bindings-

Ein Binding ist eine Randeinfassung am Hals, Korpus und/oder der Kopfplatte eines Zupfinstrumentes. Es hat sowohl optisch, als auch technischen Sinn. Zuerst mal sieht ein Binding an der richtigen Stelle schlichtweg edeler aus als kein Binding – und zweitens dient das Binding als Stoß- und Schlagfänger für die sonst sehr empfindlichen scharfen Kanten eines Instrumentes - wie schnell ist es geschehen, dass man mal mit der Gitarre irgendwo aneckt? Und schon hat man eine äußerst ärgerliche und hässliche Kerbe in der Kante.

Image Ein Binding besteht zumeist aus Kunststoff (ABS oder Zelluloid) oder einem Holz das erheblich härter ist als das Material der ursprünglichen Kante. Dadurch wird das Risiko, dass ein Instrument schon bei kleinsten Unaufmerksamkeiten böse Macken bekommt minimiert.Hier ein Beispiel für ein etwas aufwendigeres mehrschichtiges Binding… dieses hat 4 Lagen: Schwarz/Weiß/ Schwarz/Perloid. Rechts daneben ein einfaches cremefarbenes Binding…

ImageEinige Billig-Gitarren-Hersteller malen ihr Binding nur auf – doch mit der Zeit kann es passieren, das der Lack durch Feindkontakt abplatzt und das ganze dann extrem räudig aussieht (siehe zweite Abbildung). Wer schon mal ein älteres Instrument dieser Hersteller gesehen hat, weiß wovon ich rede!   Und so scheiße kann ein Binding aussehen, wenn es nicht echt und zudem noch 20 jahre alt ist. Man kann sehr schön sehen, das direkt an der Kante keine Farbe mehr zu sehen ist, sondern das darunter liegende Holz - mit einem echten Binding wäre das nicht passiert! Diese Klassikgitarre hab ich restauriert - sie war in einem desolaten Zustand.


-Airbrushing-

Die hohe Kunst des Airbrushens zu erlernen, bedarf es einer Menge Zeit und Übung… Ich kann nun mit Fug und Recht behaupten, dass ich immerhin das Grundprinzip verstanden habe. Einfachere Grafiken traue ich mir ohne weiteres zu – und alles was irgendwie komplizierter wird, wird von mir ebenfalls nicht gescheut. Der Mensch wächst schließlich mit seinen Herausforderungen! Wer ein bestimmtes Bild auf sein Instrument haben möchte, kann mir mal die Vorlage schicken und ich sehe mal was im Bereich des Machbaren liegt!

ImageUnd hier ist mein Logo zu sehen, das als Airbrushing den Deckel eines Gitarrenkoffers ziert.

Wie ihr seht kann man ne Menge lustiger Dinge anstellen, um aus einer ohnehin schon besonderen Gitarre, eine schillernde, funkelnde Schönheit werden zu lassen.
Doch um das gleich vorweg zu sagen: diese Arbeiten sind extrem filigran, kompliziert, zeitaufwändig und entsprechend teuer. Aber es war ja schon immer so: wem das Gute nicht gut genug ist, muss tiefer in die Tasche greifen. Nichts desto trotz mache ich diese Arbeiten aber mit am liebsten - also: tut mir und euch einen Gefallen und ordert keine 0-8-15-Gitarren.